Selbstverständnis

Die bayerischen Familienbildungsstätten sind offen für alle Familien. Sie informieren, begleiten und stärken zu allen Themen rund um das Familienleben. Sie vernetzen Eltern und fördern Beziehungs-, Erziehungs- und Alltagskompetenzen.

Offenheit

Familiale Vielfalt ist für Familienbildungsstätten die Normalität. Alle Einrichtungen sind offen für alle Familien – unabhängig von ihrer Herkunft oder Nationalität, ihrer Religion, Weltanschauung und Kultur. Ebenso wenig spielt das soziale Milieu, ihre Lebenslage oder sexuelle Orientierung eine Rolle.

Die Bildungsangebote richten sich an junge Menschen, (werdende) Mütter, Väter und andere Erziehungsberechtigte, an Großeltern sowie an all diejenigen, die mit Erziehung und Betreuung im familiären Umfeld betraut sind – also alle, die sich als Teil einer Familie fühlen.

In den Einrichtungen sind alle Familienformen willkommen: Mutter-Vater-Kind(er)-Familien, Ein-Eltern-Familien, Patchworkfamilien, Adoptiv- und Pflegefamilien sowie gleichgeschlechtliche Familien.

Die Angebote sind auf die unterschiedlichen Familienphasen und Übergänge abgestimmt: Sie richten sich an Paare mit Kinderwunsch und im Übergang zur Elternschaft, an Familien mit Babys und Kleinkindern, Kindergarten- und Schulkinder sowie Jugendliche.

In den Einrichtungen gibt es auch spezielle Angebote, die an unterschiedliche Lebenslagen, Veränderungen, Übergänge und Krisen anknüpfen. Unterstützung finden etwa junge, minderjährige Eltern, trauernde Eltern und geflüchtete Familien.

Die Kernkompetenz der Familienbildungsstätten liegt in der frühen Familienphase, also vom Übergang zur Elternschaft in die ersten Jahre. Alle Familien werden von Anfang an begleitet.

Werte

Zum Selbstverständnis der Familienbildungsstätten gehört eine gewisse Haltung:
Sie begegnen allen Familien auf Augenhöhe, mit Achtung und Respekt. Gesellschaftlichen und kulturellen Unterschieden stehen sie offen und wertschätzend gegenüber. Gleichberechtigung und Geschlechtersensibilität, Fairness, Gewaltfreiheit, Demokratieförderung sowie Nachhaltigkeit sind ebenso wichtige Anliegen wie Integration und Inklusion.

Diese Werte werden in den Einrichtung gelebt und vermittelt. Sie sind die Grundvoraussetzung für ein gutes Miteinander, für gelingende Kommunikation und nachhaltige Lernprozesse. Sie sind die Basis für eine Gesellschaft, in der alle Menschen gut und gerne leben.

Diese Werte sind die Leitplanken der Arbeit in den Familienbildungsstätten. Für Offenheit, Vielfalt und Akzeptanz einzustehen, heißt im Umkehrschluss auch, dass es in den Einrichtungen keinen Platz für Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gibt. Entsprechende Äußerungen oder Taten werden weder in den Teams der Einrichtungen noch bei den Teilnehmenden toleriert.

Auch die Zusammenarbeit mit Parteien oder parteinahen Organisationen, deren Menschen- und Gesellschaftsbild nicht mit den ethischen Grundüberzeugungen vereinbar ist, schließen alle bayerischen Familienbildungsstätten explizit aus.

Ressourcenorientierung

Alle Familien verfügen über umfangreiche Fähigkeiten und Stärken, und alle Familien entwickeln sich ständig weiter – das ist die professionelle Grundhaltung der Familienbildungsstätten.

Und an diesen Ressourcen setzen die Familienbildungsstätten an. Sie zeigen den Eltern auf, mit welchem Wissen, welchen Fähigkeiten und Kompetenzen sie ausgestattet sind. Sie zeigen auf, was ihnen im Leben gelingt und machen sichtbar, auf welche Stärken und Unterstützungspotenziale sie in ihrem Umfeld zurückgreifen können. In den Einrichtungen werden die Eltern in ihrer Selbstwirksamkeit, ihrem Selbstvertrauen und ihrem Selbsthilfepotential bestärkt.

Aber Eltern verfügen nicht zu jeder Zeit über ausreichende Ressourcen. Gerade in Stresssituationen scheinen diese nicht verfügbar. In den Familienbildungsstätten werden sie unterstützt. Es wird ihnen aufgezeigt, wie sie ihre Ressourcen auch bei neuen Herausforderungen einsetzen können und wie sie, gerade in belastenden Lebenssituationen, ihre psychische Widerstandsfähigkeit stärken können. Die Mitarbeitenden helfen beim Finden von Problemlösungsstrategien und ermuntern, die eigenen Kraftquellen zu nutzen.

Familienbildungsstätten vergessen auch die Kinder nicht. Sie vermitteln den Eltern einen ressourcenorientierten Blick, damit die Kinder in ihrer Entwicklung wahrgenommen und positiv verstärkt werden, ihre individuellen Potenziale entfalten und sich selbstwirksam erleben können.

Ganzheitlichkeit

Die Hirnforschung zeigt, dass in Lernprozessen Verstand, Körper und Gefühl eng miteinander verknüpft sind. Die Familienbildungsstätten verstehen Bildung deshalb als ganzheitlichen Prozess, in dem Denken, Bewegung, Erfahrung, Fühlen und Emotionen eng miteinander verwoben sind.

Ganzheitliche Lern- und Bildungsprozesse stehen im Mittelpunkt. Denn Lernen fällt leichter, wenn körperliche und emotionale Bedürfnisse gestillt sind. Dies gilt vor allem dann, wenn die Sinneswahrnehmung am Lernprozess beteiligt ist und dieser Prozess Freude und Spaß macht.

Die Angebote unterstützen das Lernen mit allen Sinnen und bieten zusätzliche Erfahrungs- und Lernangelegenheiten. Die Lernprozesse werden so gestaltet, dass Bewegung, Sinneswahrnehmung und Erkenntnis effektiv miteinander verknüpft werden. Eltern und ihrer Kinder werden in Angeboten wie Babymassage, Musikgarten oder einem Waldspaziergang auf vielfältige Weise angeregt, so dass neben der formalen Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten auch informelle Lernprozesse stattfinden. Dabei werden auch soziale und personale Kompetenzen erworben.

UNSER RAHMENKONZEPT

Sie wollen noch mehr über die Arbeit in den bayerischen Familienbildungsstätten erfahren? In unserem Rahmenkonzept finden Sie ausführliche Informationen zu Theorie und Praxis unserer Arbeit. Sie erhalten einen Überblick zu unseren Grundlagen und Zielen, Strukturen und Arbeitsweisen sowie unseren Qualitätsmerkmalen und der Qualitätssicherung.

Rahmenkonzept downloaden

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